Tag Archiv für Trockene Auge

Wenn das Auge juckt und brennt…

Keratoconjunctivitis sicca

Die Augen sind gerötet, sie jucken und brennen, es fühlt sich an als würden kleine Sandkörner unter den Augenlidern auf der Hornhaut kratzen. So oder ähnlich beschreiben mehr als 10 Millionen Bundesbürger die sogenannten trockenen Augen. Das „Trockene Auge“ (Keratoconjunctivitis sicca), ist damit eine der häufigsten Augenerkrankungen überhaupt. In besonders schlimmen Fällen können die Betroffenen kaum noch einer geregelten Tätigkeit nachgehen.

Die möglichen Ursachen

Eine verminderte Befeuchtung der Augenoberfläche wird entweder durch eine veränderte Zusammensetzung des Tränenfilms oder durch eine zu geringe Tränenmenge hervorgerufen. Weitere Ursachen können zum Beispiel häufiges Arbeiten am Computermonitor, Umweltbelastungen durch Ozon, Klimaanlagen im Auto und Büro, Lösungsmittel und Staub sein. Auch Medikamente können den Tränenfluss beeinträchtigen. Das Trockene Auge ist außerdem eine häufige Begleiterscheinung von Diabetes und Rheuma.

Tränen

Unterscheiden muss man grundsätzlich zwei Typen von Tränen. Zum einen gibt es Reflextränen welche nur durch bestimmte Reize (Verletzungen, Fremdkörper, Gefühle wie Freude oder Trauer) hervorgerufen werden. Zum zweiten Typ zählen die konstanten Tränen. Sie werden ständig produziert und sind für die Befeuchtung des Auges zuständig. Außerdem enthalten sie Antikörper aus dem Immunsystem um Bakterien oder Viren abzuwehren.

Tränenfilm

Der Tränenfilm schützt nicht nur Horn- und Bindehaut vor dem Austrocken, er versorgt auch die Hornhaut mit lebenswichtigen Nährstoffen und vor allem mit Sauerstoff. Er erleichtert zudem als Schmierstoff den Lidschlag. Allerdings ist der menschliche Tränenfilm gerade mal 10 Mikrometer dick. Damit er beim Lidschlag nicht zerreißt, muss er extrem stabil sein. Das Zusammenspiel der drei unterschiedlichen Schichten (Schleimschicht (Muzinschicht), wässrige Schicht, Lipidschicht) des Tränenfilms darf nicht gestört sein!

Ein Mangel an Tränenflüssigkeit ist übrigens nur bei ca. 8% der Betroffenen Auslöser des Trockenen Auges. Bei nahezu 80% liegt eine Störung der Lipidschicht vor. Der Tränenfilm reißt durch die fehlende „Fettschicht“ zu schnell auf und es verdampft 10 bis 20 Mal mehr Tränenflüssigkeit als normal. Das erklärt auch, warum viele Betroffene von tränenden Augen berichten. Die Tränen fließen einfach ab, da der Tränenfilm nicht mehr stabil genug ist. Die Folge: Die Hornhaut trocknet aus!

Behandlung

Häufig werden Benetzungslösungen, sogenannte „künstliche Tränen“ angewandt. Da aber nur bei ca. jedem 10. Betroffenen eine unzureichende Tränenflüssigkeitsmenge der Auslöser für das Trockene Auge ist, bringen Benetzungsmittel häufig nicht den gewünschten Erfolg. Ein anderer Weg ist die Liposomen-Therapie. Hierzu wurden z.B. Augensprays entwickelt. Diese Sprays sollen den Tränenfilm mit den enthaltenen Liposomen anreichern und den Tränenfilm somit stabiler machen. Außerdem haben solche Augensprays einen kühlenden Effekt und sollen den Juckreiz stillen.

 

Was man selbst tun kann

  • Nicht andauernd starr auf den PC-Monitor sehen – öfter blinzeln
  • Auf die Klimaanlage, soweit möglich, verzichten
  • Mit Lösungsmittel- und Farbdämpfen belastete Luft meiden
  • Konsum von Zigaretten und Alkohol meiden bzw. einschränken
  • Ausreichend  Trinken!

 

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e.V.