Tag Archiv für Sehfehler

Die Altersweitsichtigkeit (Presbyopie)

Zum Lesen

Nachdem wir nun die normalen Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit bereits in vorangegangenen Artikeln beschrieben haben, kommen wir zur Altersweitsichtigkeit – der Presbyopie. Wie der Name schon sagt, kommt diese Fehlsichtkeit mit dem Alter einher. Eines Tages trifft es jeden von uns. Die Arme werden zu kurz und kleine Schriften können nicht mehr deutlich gelesen werden.

Ursache

Auch das Auge unterliegt natürlich dem Alterungsprozess. Bereits ab dem zehnten Lebensjahr beginnen sich unlösliche Eiweiße in die Linse einzulagern – die Linse verliert dadurch an Elastizität. Der Linsenkern wird von Jahr zu Jahr zäher. Eine elastische Linse wird aber für die Anpassung an unterschiedliche Sehentfernungen (Akkommodation) benötigt. Kann die Linse ihre Brechkraft in jungen Jahren noch um bis zu 10 Dioptrien durch Änderung der Wölbung verändern, schafft sie es mit ca. 40 Lebensjahren nur noch um ca. 3 Dioptrien. Und mindestens 3 Dioptrien braucht ein jeder um zwischen maximaler Ferne und einem Leseabstand von ca. 33cm (Nahpunkt) scharf sehen zu können. Nimmt nun die Elastizität immer weiter ab, werden auch die 3 Dioptrien nicht mehr erreicht. Der sogenannte „Nahpunkt“ rückt immer weiter vom Auge weg, das Buch oder die Zeitung müssen demnach immer weiter weg vom Auge gehalten werden um noch scharf gesehen werden zu können. Irgendwann werden die Arme zu kurz – ein eindeutiger Hinweis für die Altersweitsichtigkeit.

Was tun?

Aufzuhalten ist dieser Alterungsprozess nicht. Durch eine Korrektion mithilfe einer Lesebrille, Arbeitsplatzbrille oder Gleitsichtbrille können die Augen aber unterstützt werden. Oft hört man, man solle die Korrektion so lange wie möglich hinauszögern um die Augen nicht zu verwöhnen. Das ist allerdings nur bedingt richtig. Wichtig ist es die Augen rechtzeitig zu unterstützen bevor es zu Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen durch Überanstrengung kommt. Der Augenoptiker des Vertrauens wird genau bestimmen wie gut sich das Auge noch an nahe Sehentfernungen anpassen kann. Wichtig ist es, nur den fehlenden Teil der bis zur individuellen Leseentfernung (Standard zwischen 30 und 40 cm) benötigt wird auch als Unterstützung zu geben. Mehr Unterstützung wird zwar oft als angenehm empfunden, führt aber eben wirklich zum „Verwöhnen des Auges“!

Fazit

Eine regelmäßige Überprüfung der Augen ist absolut empfehlenswert. Wer eh eine Fehlsichtigkeit vorzuweisen hat, wird dem auch automatisch nachgehen. Rechtsichtige allerdings greifen oftmals zu Fertiglesebrillen aus der Drogerie oder dem Baumarkt. Da die Betroffenen aber gar nicht wissen wie groß der Korrektionsbedarf ist, wird durch eigenes Ausprobieren oftmals eine zu starke Lesebrille gewählt. Die Augen werden aber so nicht mehr gefordert da die noch vorhandene Restanpassungsfähigkeit der Linsen ausgeschaltet wird. Eine rasante Verschlechterung ist die Folge! Finger weg von Selbstdiagnose – auf lange Sicht werden es Ihnen Ihre Augen danken!

 

 

 

Das weitsichtige (hyperope) Auge

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Im heutigen Artikel geht es um die Weitsichtigkeit – die Hyperopie. Zuerst einmal zu den Ursachen bzw. zur Erklärung. Wie auch beim kurzsichtigen Auge ist die Ursache eine nicht optimale Kombination aus Augapfellänge und Brechkraft der Augenlinse/Hornhaut. Bei einem rechtsichtigen (emmetropen) Auge wird ein Objekt bei entspanntem Blick in die Ferne exakt am Ort der Netzhaut abgebildet. Das Bild ist „scharf“. Bei einem weitsichtigen Auge wird das Objekt allerdings hinter dem Auge abgebildet, denn ein weitsichtiges Auge ist entweder zu kurz und/oder die Brechkraft der Linse/Hornhaut zu schwach. Um dies auszugleichen benötigt man sogenannte Sammellinsen (Pluslinsen). Diese verstärken die Brechung der einfallenden Lichtstrahlen, sodass sie wieder genau am Ort der Netzhaut gebündelt abgebildet werden. Der Weitsichtige sieht wieder „scharf“.

Eine Weitsichtigkeit bleibt häufig unerkannt. Weitsichtigen wird sogar nachgesagt sie hätten Augen wie ein Adler und häufig erreicht ein Weitsichtiger bei einem allgemeinen Sehtest für die Ferne eine 100%ige Sehschärfe. Das hat folgenden Hintergrund: Jedes gesunde Auge kann durch Anstrengung der Augenmuskeln die Wölbung der Augenlinse verändern. Eine flache Augenlinse benötigt ein Rechtsichtiger zum Sehen in die Ferne, eine stark gewölbte Augenlinse um Objekte in der Nähe zu fokussieren. Ein Weitsichtiger nutzt diese sogenannte Akkommodation aus. Die Linse wird unwillkürlich so stark gewölbt, dass Objekte in der Ferne wieder möglichst scharf abgebildet werden.

Die Augenlinse kann durch Akkommodation ihre Brechkraft um ca. 10 Dioptrien verändern. Dies stellt natürlich eine gewisse Anstrengung dar. Wer nun die Augenlinsen bereits für die Ferndistanz „scharf“ stellen muss, hat in der Nähe einen weitaus höheren Aufwand Objekte zu fokussieren. Weitsichtige Kinder haben demzufolge oft wenig Interesse am Schreiben und Lesen. Häufig werden sie als faule und unkonzentrierte Schüler auffällig. In den ersten Schuljahren entwickeln sich bei unkorrigierten, weitsichtigen Kindern häufig chronische Kopfschmerzen, die auf die Überanstrengung zurückzuführen sind. Es ist deshalb äußerst wichtig die Weitsichtigkeit bei Kindern frühzeitig  zu erkennen und zu behandeln.

Auch bei erwachsenen Weitsichtigen wird durch die unwillkürliche Akkommodation ein Sehfehler meist erst spät erkannt. Allerdings wird bei unkorrigierten Weitsichtigen häufig frühzeitig eine Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) festgestellt.

Zur Altersweitsichtigkeit, der Presbyopie, aber mehr im nächsten Artikel.

Ausreichende Sehleistung legt einen wichtigen Grundstein zu guten Noten

Deutschlandweit beginnt derzeit das neue Schuljahr. An alles ist gedacht – die richtige Schulmappe, die erforderlichen Unterrichtsmaterialien. Doch wie sieht es mit der Sehleistung des Kindes aus? Ist diese ausreichend für die hohen Anforderungen im Unterricht? Ständig wechselnde Sehentfernungen vom Schreiben ins Heft bis zum Sehen an der Tafel sind auch für rechtsichtige Augen auf Dauer sehr ermüdend. Die Konzentration lässt nach. Wie aber ist es für Kinder mit fehlsichtigen Augen? Weitsichtige (übersichtige) Augen führen zu Problemen beim Schreiben und Lesen. Kurzsichtige Augen haben Probleme beim Sehen in der Ferne.

Die Folge: Zahlen und Buchstaben werden nicht richtig erkannt und es kommt zu Schwierigkeiten beim Schreiben, Lesen und Rechnen. Die Kinderaugen sind überanstrengt, weswegen sich die Kinder häufig schlecht konzentrieren können. Oftmals wirken diese Kinder undiszipliniert und stören im Unterricht. Das an der Tafel Geschriebene kann nicht entziffert werden und so versuchen sie es beim Nachbarn – Stress kommt auf – Unlust und Müdigkeit sind die Folge. Das birgt auch Gefahren auf dem täglichen Schulweg. Der Straßenverkehr stellt ebenso allerhöchste Ansprüche an das Reaktions- und Sehvermögen.

Kind mit Schultüte zum Schulbeginn Quelle: ZVA

Eine Lernschwäche und eventuelle schlechte Noten auf dem Zeugnis kommen also möglicherweise von einer Sehschwäche. Deshalb rät der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) pünktlich zum Schulbeginn allen Eltern, die Sehfähigkeit ihrer Kinder überprüfen zu lassen.

Aber auch schon vorher sollten Eltern an den gesetzlich empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder teilnehmen. Die U5 zwischen dem 6. und 7. Lebensmonat, die U8 im Alter von 3 1/2 bis 4 Jahren und die U9 vor Schulbeginn mit etwa 5 Jahren.

Durch die großen Abstände zwischen den Untersuchungen kann allerdings keine absolute Sicherheit für das rechtzeitige Entdecken einer Sehschwäche gegeben werden. Seh-tipps.de | der optik-notizblog empfiehlt daher noch eine ergänzende Untersuchung mit ca. 2 bis 2 1/2 Jahren, ab dem Schulbeginn dann im 2-Jahresrhytmus.

Die Untersuchungen sollten beim Augenarzt erfolgen. Auch ein Augenoptiker kann für einen Sehtest zu Rate gezogen werden. Dieser kann Hinweise auf Sehprobleme erkennen und im jeweiligen Fall eine weitergehende Behandlung beim Augenarzt empfehlen.

Wird letztendlich bei einer Untersuchung ein Sehfehler bzw. eine Sehschwäche festgestellt, hilft in vielen Fällen eine Brille als Korrektionsmittel. Der Augenoptiker berät Eltern und Kinder bezüglich der speziellen Bedürfnisse von Kindern bei der Brillenglas und -fassungswahl.

 

Anzeichen für Sehprobleme:

  • Häufiges Blinzeln, Augenreiben oder Stirnrunzeln
  • Lichtempfindlichkeit
  • Häufiges Stolpern oder Balancestörungen
  • Probleme beim Bälle fangen
  • Schnelles Ermüden beim Schreiben oder Lesen
  • Auffälliges Schriftbild (Linienführung, Wortabstände)
  • Flüchtiges, langsames oder fehlerhaftes Lesen
  • Häufiges Verrutschen in der Zeile
  • Geringer Augenabstand zu Buch oder Fernseher
  • Unsichere Feinmotorik (unsauberes Schriftbild, Tollpatschigkeit)
  • Unlust beim Schreiben, Malen oder bei Feinarbeiten


Quellen:

ZVA, KGS