Tag Archiv für Myopie

Das kurzsichtige (myope) Auge

Arbeiten am PC

Heute ein Artikel über die Kurzsichtigkeit – die Myopie. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich diese Form der Sehschwäche besonders in den westlichen Industrienationen außergewöhnlich stark ausgeprägt und ist mittlerweile zu einer Zivilisationskrankheit geworden. Obwohl ein Auge mit angeborener kurzsichtiger (myoper) oder weitsichtiger (hyperoper) Sehschwäche eigentlich nicht als „krank“ bezeichnet werden kann, da diese oftmals einfach nur eine nicht optimale Kombination aus Augapfellänge und Brechkraft der Augenlinse darstellt. Diese Kombination ist eine jeweilige genetische Veranlagung und kann somit z.B. von den Eltern vererbt worden sein.

Hingegen ist eine nicht angeborene Kurzsichtigkeit oftmals das Resultat von Lebensumständen. In der heutigen Zeit werden die Augen viel mehr dazu gezwungen auf nahe Dinge zu sehen. Durch das Fixieren beginnt der Augapfel langsam an zu wachsen. Die Brechkraft der Augenlinse bleibt natürlich unverändert. Das Auge ist nun also zu lang für die Brechkraft der Linse. Die einfallenden Lichtstrahlen werden demzufolge nicht auf der Netzhaut gebündelt, sondern bereits davor. Um dieses zu korrigieren braucht man Zerstreuungslinsen (Minuslinsen). Diese bewirken, dass das einfallende Licht durch die Augenlinse weniger stark gebrochen wird und somit etwas weiter hinten, also wieder genau auf der Netzhaut gebündelt werden. Der Kurzsichtige kann wieder scharf sehen.

Eine erworbene Kurzsichtigkeit ist also eine Folge der Industrialisierung. Durch das stundenlange Starren in der Nähe können sich die Augen nicht mehr regenerieren. Die Arbeit am Computerbildschirm gilt als Hauptrisikofaktor der Kurzsichtigkeit. Werden kurzsichtige Augen nicht korrigiert, riskiert man ein Voranschreiten der Sehschwäche. Hinzu kommen oftmals auch unangenehme Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen und/oder brennende, gerötete Augen welche auf Dauer die Konzentration stark beeinträchtigen können.

Aus all den vorangegangenen Informationen lässt sich demzufolge auch das Phänomen der voranschreitenden Kurzsichtigkeit erklären. Prinzipiell verändert sich im Laufe des generellen Wachstums eines Menschen natürlich auch die Länge des Augapfels. Bis zum 4. Lebensjahr ist das Auge zu ca. 70% ausgewachsen, bis zum ca. 25. Lebensjahr dann komplett. Viele Kinder sind in jungen Jahren sogar weitsichtig, da das Auge in dem Alter noch zu kurz für die Brechkraft der Linse ist. Im Idealfall pendelt sich das Zusammenspiel Augenlänge und Brechkraft Linse so ein, dass das Auge rechtsichtig (emmetrop) ist. Wächst das Auge aber unproportional weiter, wird es kurzsichtig. Viele Kinder und Jugendliche berichten ihren Eltern nicht oder erst sehr spät von Schwierigkeiten beim Sehen. Ganz automatisch bestreiten sie ihren Alltag dann zunehmend im nahen Umfeld. Kurzsichtige Kinder schreiben und malen gern, denn in diesen Distanzen können sie besser sehen als in der Ferne. Aber genau das ist wie schon beschrieben ein weiterer Faktor für das Voranschreiten einer Kurzsichtigkeit. Das vermehrte Sehen in der Nähe lässt das Auge erstarren und begünstigt so das Längenwachstum!

Zur Vorbeugung der Kurzsichtigkeit durch vermehrtes Sehen in der Nähe gibt es folgende Tipps:

  • Eine Kurzsichtigkeit sollte immer auskorrigiert sein – ist sie das nicht, verlagert man sein Sehverhalten automatisch auf die dann angenehmen nahen Distanzen.
  • Für die Bildschirmarbeit sollte ein ausreichend großer Monitor verwendet werden, welcher möglichst weit weg steht.
  • Zum Lesen sollte der größte, noch als angenehm erscheinende Abstand gewählt werden. 30 Zentimeter und mehr sind empfehlenswert.
  • In allen Fällen sollte auf eine ausreichende Beleuchtung geachtet werden.
  • Um die Augen zu entspannen, sollten Lesepause eingelegt werden. Außerdem sollte der Blick in regelmäßigen Abständen von der Nähe auf weit entfernte Objekte gerichtet werden – das trainiert die Augen!