Tag Archiv für Augenerkrankung

Der Grüne Star (Glaukom)

Papille nach Glaukombefall

Der Grüne Star (Glaukom) bezeichnet eine Gruppe von Augenkrankheiten unterschiedlicher Ursache. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Nervenzellen des Sehnervs und der Netzhaut geschädigt.

Infolgedessen entstehen Gesichtsfeldausfälle, die im Extremfall zu einer Erblindung des betroffenen Auges führen können. Der Grüne Star gehört auch heute noch zu den häufigsten Ursachen für Blindheit.

Die mit Abstand häufigste Ursache eines Glaukoms ist ein erhöhter Augeninnendruck.

Symptome:

Ein Grüner Star entwickelt sich meist schleichend und bleibt lange Zeit ohne Symptome. Die schleichenden Veränderungen bemerkt der Betroffene meist nicht oder erst spät. Die Blendungsempfindlichkeit (z.B. beim Autofahren) nimmt zu, das Kontrastsehen lässt nach. Farben werden anders gesehen, vor allem Gelb- und Blautöne werden schlechter wahrgenommen.

In manchen Fällen wird auch von Symptomen wie Kopf- und Augenschmerzen in Verbindung mit einer plötzlich auftretenden Sehschwäche berichtet. Auch Übelkeit und gerötete Augen können Symptome eines Grünen Stars sein.

Das klassische Symptom, aber auch das schwerwiegendste, ist die voranschreitende Gesichtsfeldeinschränkung. Vorerst meist peripher, später dann auch zentral. Wird diese wahrgenommen, ist es meist schon zu spät. Die Schädigungen der Nervenfasern sind so weit fortgeschritten, dass sie auch nicht mehr rückgängig gemacht werden können!

Ursachen:

Im vorderen Bereich des Auges liegt die Augenkammer. In dieser befindet sich die Augenlinse. Sie ist umgeben vom sogenannten Kammerwasser, welches normalerweise durch einen gleichmäßigen Zu- und Abfluss erneuert wird. Das Kammerwasser sorgt  für den notwendigen Augeninnendruck. Funktioniert die Ableitung dieser Flüssigkeit nicht richtig, steigt der Druck im Augeninneren an. Dieser erhöhte Augeninnendruck jedoch schädigt den Sehnerv, da dieser nicht ausreichend durchblutet wird. Die Sehnervenfasern sterben nach und nach ab.

Allerdings gibt es auch sogenannte Niederdruck- oder Normaldruckglaukome. Hier sind Schäden am Sehnerv eingetreten, obwohl der Druck noch im statistisch definierten Normalbereich liegt (10 bis 21 mmHg).

Weitere Auslöser für einen grünen Star:

  • Langzeit-Cortisoneinnahme
  • Verletzungen / Vernarbungen
  • Gefäßverschlüsse im Auge
  • fortgeschrittener Grauer Star
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Fettes Essen / Rauchen

In den Industrienationen steht der Grüne Star an dritter Stelle der Erblindungsursachen.

Menschen mit einer größeren Sehschwäche zählen zu einer Risikogruppe , sowie auch Menschen die familiär vorbelastet sind. Ca. 2% aller Menschen ab 45 leiden am Grünen Star. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Ab dem 75. Lebensjahr sind ca. 7 bis 8%, ab dem 80. Lebensjahr zwischen 10 und 15% der Menschen betroffen!

Therapie:

Die Behandlung vom Grünen Star hängt von dessen Ursache ab. Alle Therapieformen zielen auf eine Drucksenkung im Auge, entweder durch Verbesserung des Abflusses des Kammerwassers oder durch Verminderung der Flüssigkeitsbildung im Auge.

In der Regel werden Augentropfen verschrieben. Falls diese nicht ausreichend wirken kommt es zur zusätzlichen  Laserbehandlung. Dadurch soll der Abfluss des Kammerwassers verbessert werden. Dieser Effekt ist allerdings nur von begrenzter Dauer, ggf.  kann die Behandlung wiederholt werden.

Nur regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen (Augendruckkontrolle, Netzhautuntersuchung, Gesichtsfeld, Spezialdiagnostik) und eine ggf. rechtzeitige Behandlungen können eine dauerhafte Schädigung des Sehnervs abwenden.

 

Der Graue Star (Katarakt)

Auge mit grauem Star

Der Graue Star ist eine Augenkrankheit und die weltweit häufigste Erblindungsursache! Die normalerweise klare Augenlinse trübt sich ein, was in fast 90% der Fälle durch das voranschreitende Alter geschieht. Diese Eintrübungen beeinträchtigen das Sehen. Der Graue Star kann operativ durch Austauschen der Augenlinse durch ein künstliches Linsenimplantat behoben werden.

Symptome:

Der Graue Star kommt langsam und völlig ohne Schmerzen. Betroffene sehen oftmals verschwommen, unscharf, matt und/oder verschleiert. Oft kommt es zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit, Farben verlieren ihre Leuchtkraft, Kontraste verringern sich, Doppelbilder werden wahrgenommen. Mit zunehmender Reife des Grauen Stars verlieren die Betroffenen auch häufig die Fähigkeit, räumlich zu sehen.

Entstehung und Ursachen:

Der Graue Star entsteht in den häufigsten Fällen durch Veränderungen an der Augenlinse. Eiweiße kristallisieren sich aus wodurch sich die Struktur innerhalb der Linse ändert. Einfallendes Licht kann die Augenlinse nicht mehr ungehindert passieren, sondern wird zerstreut. Durch die Verdichtung des Linsenkernes und die Verdickung der Augenlinse tritt eine zunehmende „Myopisierung“ (Veränderung der Brechkraft Richtung Kurzsichtigkeit) auf. Rund 50% der 50 – 65jährigen und sogar bis zu 90% der 65 – 75jährigen leiden am grauen Star.

Neben dem reinen „Altersstar“ gibt es in ca. 10% der Fälle andere Ursachen:

  • Katarakt des Kindes nach Röteln-Infektion oder durch Röteln-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft
  • Verletzungen des Auges
  • Blitzschlag oder Starkstromunfall
  • Ionisierende Strahlung, besonders UV-Strahlung, kann die Entwicklung eines grauen Stares begünstigen
  • Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen (viele Kinder in Afrika betroffen)
  • Diabetes mellitus
  • Reaktionen auf Medikamente (vor allem Kortison)
  • Drogen
  • Infrarot-Strahlung (Feuerstar, Wärmestar oder Glasmacherstar) in Berufen, die mit sehr heißen Materialien arbeiten (Hochofen-Arbeiter, Glasbläser), ist als Berufskrankheit anerkannt
  • In äußerst seltenen Fällen (weit unter 1 %) ist ein grauer Star angeboren. Abhängig von seiner Ausprägung muss dieser in den ersten Lebenstagen bis -wochen operiert werden.

Therapie:

Ein Grauer Star kann nicht medikamentös behandelt  werden. Die Ausbildung des grauen Stars kann sich plötzlich in wenigen Monaten entwickeln. Häufig ist es aber ein schleichender, sehr langsamer Prozess der sich über Jahre erstreckt. Durch die Veränderung der Brechkraft des Auges durch die o.g. Ursachen (Veränderung der Struktur der Augenlinse) muss die Brille häufig angepasst werden. Kann dem Betroffenen mit Brillengläsern nicht mehr zu einem zufriedenstellenden Sehvermögen verholfen werden bleibt nur die Operation. Dieser Eingriff zählt zu den unbedenklichsten und häufigsten Operationen am Auge (ca. 650.000 jährlich OPs in Deutschland) überhaupt. Dabei wird die natürliche Augenlinse durch eine künstliche Kunststofflinse ersetzt. Die Operation erfolgt unter örtlicher Betäubung und wird meist ambulant durchgeführt. Die Chancen nach einer solchen OP wieder die volle Sehkraft zu erlangen ist sehr hoch.