Der Graue Star (Katarakt)

Auge mit grauem Star

Der Graue Star ist eine Augenkrankheit und die weltweit häufigste Erblindungsursache! Die normalerweise klare Augenlinse trübt sich ein, was in fast 90% der Fälle durch das voranschreitende Alter geschieht. Diese Eintrübungen beeinträchtigen das Sehen. Der Graue Star kann operativ durch Austauschen der Augenlinse durch ein künstliches Linsenimplantat behoben werden.

Symptome:

Der Graue Star kommt langsam und völlig ohne Schmerzen. Betroffene sehen oftmals verschwommen, unscharf, matt und/oder verschleiert. Oft kommt es zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit, Farben verlieren ihre Leuchtkraft, Kontraste verringern sich, Doppelbilder werden wahrgenommen. Mit zunehmender Reife des Grauen Stars verlieren die Betroffenen auch häufig die Fähigkeit, räumlich zu sehen.

Entstehung und Ursachen:

Der Graue Star entsteht in den häufigsten Fällen durch Veränderungen an der Augenlinse. Eiweiße kristallisieren sich aus wodurch sich die Struktur innerhalb der Linse ändert. Einfallendes Licht kann die Augenlinse nicht mehr ungehindert passieren, sondern wird zerstreut. Durch die Verdichtung des Linsenkernes und die Verdickung der Augenlinse tritt eine zunehmende „Myopisierung“ (Veränderung der Brechkraft Richtung Kurzsichtigkeit) auf. Rund 50% der 50 – 65jährigen und sogar bis zu 90% der 65 – 75jährigen leiden am grauen Star.

Neben dem reinen „Altersstar“ gibt es in ca. 10% der Fälle andere Ursachen:

  • Katarakt des Kindes nach Röteln-Infektion oder durch Röteln-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft
  • Verletzungen des Auges
  • Blitzschlag oder Starkstromunfall
  • Ionisierende Strahlung, besonders UV-Strahlung, kann die Entwicklung eines grauen Stares begünstigen
  • Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen (viele Kinder in Afrika betroffen)
  • Diabetes mellitus
  • Reaktionen auf Medikamente (vor allem Kortison)
  • Drogen
  • Infrarot-Strahlung (Feuerstar, Wärmestar oder Glasmacherstar) in Berufen, die mit sehr heißen Materialien arbeiten (Hochofen-Arbeiter, Glasbläser), ist als Berufskrankheit anerkannt
  • In äußerst seltenen Fällen (weit unter 1 %) ist ein grauer Star angeboren. Abhängig von seiner Ausprägung muss dieser in den ersten Lebenstagen bis -wochen operiert werden.

Therapie:

Ein Grauer Star kann nicht medikamentös behandelt  werden. Die Ausbildung des grauen Stars kann sich plötzlich in wenigen Monaten entwickeln. Häufig ist es aber ein schleichender, sehr langsamer Prozess der sich über Jahre erstreckt. Durch die Veränderung der Brechkraft des Auges durch die o.g. Ursachen (Veränderung der Struktur der Augenlinse) muss die Brille häufig angepasst werden. Kann dem Betroffenen mit Brillengläsern nicht mehr zu einem zufriedenstellenden Sehvermögen verholfen werden bleibt nur die Operation. Dieser Eingriff zählt zu den unbedenklichsten und häufigsten Operationen am Auge (ca. 650.000 jährlich OPs in Deutschland) überhaupt. Dabei wird die natürliche Augenlinse durch eine künstliche Kunststofflinse ersetzt. Die Operation erfolgt unter örtlicher Betäubung und wird meist ambulant durchgeführt. Die Chancen nach einer solchen OP wieder die volle Sehkraft zu erlangen ist sehr hoch.

 

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