Das Brillenetui – modisches Accessoire und Beschützer zugleich

Wer kennt es nicht, wer hat es noch nicht gebraucht? Das Brillenetui! Für den einen notweniges Übel um der Brille ein wenig Schutz zu geben, sollte sie mal nicht auf der Nase verweilen. Für den anderen ein modisches Accessoire. Daher gibt es diese Etuis auch in den unterschiedlichsten Ausführungen.


Das Hartschalenbrillenetui

Den besten Schutz gegen Druck und auch sonst gegen nahezu alles hat die Brille in einem Hartschalenetui. Wie der Name schon sagt besitzt dieses Etui 2 harte Schalen die in der Regel mit einem Metallscharnier verbunden sind. Geöffnet und geschlossen wird entweder per Schnappverschluss, Magnetverschluss oder auch per Druckknopf.

Zauberetui / Rolling / Change / Logic

Magisch in der Funktion: Der raffinierte Verschluss (360° drehbar) lässt das Etui wie von Zauberhand in unterschiedlichen Farben erstrahlen. Es gehört zu den Hartschalenetuis und ist definitiv ein toller Hingucker.

Das halbharte Brillenetui

Einen guten Schutz bietet auch das halbharte Brillenetui. Meist sind diese Etuis aus Lederimitat, echtem Leder oder festeren Materialien gefertigt. Auch hier finden sich Magnet- oder Druckknopfverschlüsse.

Brillenetuis aus Metall

Auch diese Brillenetuis gegen der Brille den perfekten Schutz. Ausgeschlagen mit weichen Stoffen wie z.B. Velour, sind auch die Brillengläser weich gebettet.

Stecketuis

Stecketuis sollten nur für den Gebrauch in der Schublade oder ähnlichem gedacht sein. Diese Etuis schützen zwar vor Staub, in keinem Falle aber vor größerem Druck. Für den Transport sollte immer ein hartes Brillenetui gewählt werden.

Brillenetuis für Kinder
Das Kinder in der Regel nicht ganz so achtsam mit ihren Brillen umgehen wird dringend zu einem Hartschalenetui geraten. Diese gibt es mit vielen kindgerechten Motiven, sodaß es den Kindern sogar Freude machen kann, die Brille in ein solches Etui legen zu können.

Alles in allem ist es aber dennoch Geschmackssache. Auf brillenetuis24.de sollte jeder das für sich passende Etui finden!

Die Schminkbrille – Helferlein für perfektes Make-up

Mit einer Schminkbrille können sich Frauen mit Sehfehlern genauso perfekt schminken wie jede andere auch.
Durch die Schminkbrille sehen Sie sich beim Schminken der Augen im Spiegel.

Das System ist einfach: Die Korrektionsgläser lassen sich einzeln, je nach Modell nach unten, oben oder zu den Seiten, wegklappen. Dadurch ist der Blick durch das offene Auge klar, die andere Seite aber erreichbar, ohne dass die Brille abgesetzt werden muss. Jetzt steht einer gleichmäßigen Grundierung oder dem hauchdünnen Eyelinerstrich nichts mehr im Weg.

Wie Sie persönlich mit der Schminkbrille am Besten umgehen, müssen Sie selbst herausfinden, denn es hängt natürlich auch von dem Sehfehler ab, den Sie haben.

10 Winter-Tipps für Brillenträger

Sonnenbrille

Der Winter gibt sich nicht geschlagen. Nach den ersten Frühlingstagen mit viel Sonnenschein, ist die Enttäuschung riesengroß. In Deutschland ist wieder winter. Die Temperaturen sind im Keller.

Das macht auch Brillenträgern zu schaffen. Bei frostigen Minusgraden wird die Brille manchmal zum Problem: Spiegelungen auf nassen Straßen, beschlagene Brillengläser oder greller Sonnenschein auf weißem Schnee beeinflussen das Sehen.

Entspiegelte Gläser
Dunkelheit und Scheinwerferlicht, dazu Nässe und Schnee: eine gefährliche Kombination, die zudem mit starken Reflexionen einhergeht. Entspiegelte Gläser filtern derartige Lichtspiegelungen. Da bei dieser Form der Veredelung mehr Licht durch die Gläser hindurch kommt, sehen Brillenträger speziell in der Dämmerung und in der Nacht deutlich besser.

Antibeschlag-Beschichtung
Ja, wer kommt denn da von draußen rein? Kann man nicht sehen, denn die Brillengläser sind beschlagen … Das nervt! Eine Antibeschlag-Beschichtung ist da eine wirkungsvolle Gegenmaßnahme. Diese Beschichtung ist eine spezielle Oberflächenbehandlung basierend auf Nanotechnologie. Silizium-Nanopartikel sind dabei in einen Polymerfilm integriert, der den kondensierten Wasserdampf auf diesen Schichten als klaren Film verlaufen lässt, den man einfach durchschauen kann. Ansonsten helfen auch Antibeschlaggel oder Brillenspray mit Antibeschlagwirkung

Polarisierende Brillengläser
Steht die Sonne sehr tief, ist das für Brillenträger besonders kritisch und unangenehm. Vor allem in der Kombination mit Schnee und Wasseroberflächen, zum Beispiel auf nassen Straßen, denn da kann es so zu starken Blendungen kommen. Polarisierende Brillengläser filtern das gestreute Licht besonders effektiv. Durch diesen technischen Trick verhindern sie das Blenden vollständig.

Brillengläser mit Tönung
Gerade in den Wintermonaten ist es ratsam, Brillengläser mit einer leichten Tönung in braun, grün oder grau zu tragen – mit einem Verlauf in der Abtönung. Grund: Wenn die Sonne scheint, kann dieses Licht sehr gleißend und störend sein. Aber: Speziell Autofahrer müssen darauf achten, dass die Gläser hell genug sind, damit es zu keinerlei Beeinträchtigung der Farbwahrnehmung kommt. Eine Tönung der Filterkategorien 2 und 3 ist für den Verkehrsteilnehmer ideal. Durch diese Gläser hindurch lassen sich Ampeln oder Bremslichter besser und schneller erkennen.“

Phototrope (selbst eindunkelnde) Brillengläser
Eine gute Alternative zu dauerhaft getönten Gläsern sind eindunkelnde Gläser – vor allem im Winter. Sie dunkeln sich bei zunehmender UV- Strahlung automatisch ein. Vorteil: Die Sicht ist durch eine starke Tönung nie zu intensiv, sondern immer den winterlichen Lichtverhältnissen angepasst.

Gute Qualität bei Outdoor-Brillen
Egal ob Sonnenbrille, Sportbrille oder Gletscherbrille: Achten Sie bei Ihrer Outdoor-Brille auf gute Qualität! Die Verwendung von elastischem Material beugt Verletzungen durch Absplitterungen bei Stürzen vor. Die Brille selbst sollten Sie immer in der mitgelieferten Hardbox aufbewahren. Aktive sollten für die Gläser eine Lichtabsorptionsstufe wählen, die Ihrer gewünschten Tätigkeit entspricht: Kategorie 3 etwa ist ideal für Gebirgswandern und Wintersport, Kategorie 4 ist nicht mehr für den Straßenverkehr geeignet.“

Kälte-Schäden vorbeugen
Dass Hitze den Brillengestellen schaden kann, ist bekannt. Jedoch kann es auch durch eisige Kälte zu Beeinträchtigungen kommen. Die Brille also nicht zu lange im Auto liegen lassen. Die Minustemperaturen können Glas und Fassung schädigen!

Brille nicht mit dem Pulloverärmel putzen
Es klingt banal, ist aber umso wichtiger, wenn im Winter schlechte Sicht herrscht: die richtige Reinigung der Brillengläser. Auf keinen Fall sollten Sie mit Ihrem Pulloverärmel oder weichgespülten Tüchern rangehen – es können Schlieren entstehen, die für trübe Sicht sorgen. Besser: Ein gutes Reinigungsspray bzw. lauwarmes Wasser. Danach die Gläser lediglich mit einem trockenen Mikrofasertuch abreiben.

Auf dem Berg: Kontaktlinsen einsetzen!
Für alle, die der Berg ruft, heißt es: besser auf Kontaktlinsen umstellen. Die Unfallgefahr ist geringer (Brillenbügel können bei Stürzen zu Verletzungen führen) und der Komfort höher, denn Linsen beschlagen nicht und sind gegenüber Schnee und Eis unempfindlich. Zudem ist man bei der Wahl der passenden Skibrille nicht länger eingeschränkt, denn es stehen einem alle Modelle zur Verfügung.

Winter-Seh-Check machen lassen!
Die Winterzeit ist die ideale Zeit, einen aktuellen Sehtest beim Augenoptiker durchführen zu lassen. Grund: Viele Brillenträger haben den Eindruck, gerade in den ersten trüben Monaten des neuen Jahres schlechter sehen zu können. Schuld daran sind oftmals die allgemein diffusen Lichtverhältnisse der Jahreszeit. Liegt tatsächlich eine Verschlechterung der Augen vor, so werden sie unter diesen Bedingungen besonders spürbar – eine oft unterschätze Gefahrenquelle!

Angelehnt an:
Quelle: Bild.de vom 4.3.2013 von Autor: Svea Kordt

Manifestes Schielen (Heterotropie)

Von manifestem oder sichtbarem Schielen (Heterotropie) spricht man, wenn ein Auge dauerhaft und ständig von der Blickrichtung des anderen Auges abweicht. Abhängig von der Richtung in die das Auge abweicht, spricht man von Innenschielen (Esotropie), Außenschielen (Exotropie), Höhenschielen (Hpertropie) oder Verrollungsschielen (Inzyklotropie bzw. Exzyklotropie). Auch eine Kombination aus verschiedenen Schielformen ist möglich.
Eine häufig auftretende Form des manifesten Schielens ist das Begleitschielen (Strabismus concomitans). Beim Begleitschielen ist in allen Blickrichtungen die Abweichung der Sehachsen beider Augen annähernd gleich groß. Die Abweichungen in Ferne und Nähe können jedoch stark variieren.
Zu manifestem Schielen oder Begleitschielen kommt es in der Regel im frühen Kindesalter. Die Fehlstellung der Augen kann aber auch bereits seit der Geburt bestehen. Circa vier Prozent aller Kinder leiden unter einem Begleitschielen. Das frühkindliche Einwärtsschielen, das schon bei Babys auftritt, kommt dabei am häufigsten vor.

Ursache:

Manifestes Schielen wird verursacht durch ein gestörtes Gleichgewicht der Augenmuskeln welches sich auf Dauer nicht kompensieren lässt. Wodurch das Ungleichgewicht hervorgerufen wird, konnte bislang nicht geklärt werden. Vererbung scheint allerdings ein wichtiger Faktor zu sein. So tritt Schielen meist gehäuft innerhalb einer Familie auf.

Symptome:

Zu den typischen Symptomen von manifestem Schielen gehört eine Weitsichtigkeit. Ist das Schielen einseitig, leidet das betroffene Auge häufig unter einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie). Manchmal kommt es auch zu einer Schiefhaltung des Kopfes oder zu Augenzittern. Dagegen treten bei geringen Abweichungen meist keine sichtbaren Symptome auf.

Therapie:

Aufgrund der typischen Augenstellung sowie den oben genannten Begleiterscheinungen lässt sich manifestes Schielen meist frühzeitig feststellen. Dazu werden unterschiedliche Untersuchungen wie der Abdecktest durchgeführt. Hierbei deckt der Augenarzt ein Auge ab und beobachtet dann, wie das nicht abgedeckte Auge reagiert. Stellt sich das nicht abgedeckte Auge neu ein, ist dies ein Hinweis auf manifestes Schielen.
Die Ursache des manifesten Schielens kann bislang nicht behandelt werden. Das Ziel der Therapie ist daher beiden Augen zur vollen Sehschärfe und Stereosehen zu verhelfen. Ebenso ist eine kosmetische Verbesserung der Augenstellung wünschenswert. Bei Kindern wird in der Regel eine konservative Therapie durchgeführt. Dazu gehören die Verordnung einer Brille, Fusionsschulungen sowie eine Okklusionstherapie. Hierbei wird abwechselnd ein Auge zeitweise mit einem Pflaster abgedeckt. Dadurch soll das sehschwache Auge zum Sehen gezwungen werden. In manchen Fällen erfolgt eine Operation an den Augenmuskeln.

Latentes Schielen (Heterophorie)

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Ein latentes (also verstecktes oder auch verborgenes) Schielen wird deshalb so bezeichnet, weil es in den meisten Fällen nur bei Unterbrechung des beidäugigen Sehens auftritt.

Ursache:

Bei ca. 70 bis 80 % der Bevölkerung weicht durch eine Störung des Augenmuskelgleichgewichts die Stellung der Augen gelegentlich von der Normalstellung (Parallelstand) ab. Die Fusionsfähigkeit des Gehirns, welches in der Lage ist, die Seheindrücke beider Augen zu einem Bild verschmelzen zu lassen, kann in den meisten Fällen diese Störung ausgleichen. Nur bei ca. 10 % der Betroffenen kommt es zu Beschwerden.

Eine Abweichung von der normalen Parallelstellung der Augen ist in alle Richtungen möglich. Man unterscheidet in latentes Auswärts- (Exophorie) oder Einwärtsschielen (Esophorie). Ebenso ist eine latente Abweichung nach oben (Hyperphorie) oder unten (Hypophorie) möglich, sowie eine Verrollung um die Sagittalachse (Zyklophorie).

Zur Diagnose werden so genannte Abdecktests (jeweils ein Auge wird abgedeckt und dabei die Veränderung der Stellung des jeweils anderen Auges beobachtet) oder Farbtests verwendet.

Symptome:

Meist wird erst bei Ermüdung, unter Alkoholeinfluss, bei allgemeinen Erkrankungen oder bei Stress und psychischen Belastungen die Heterophorie sichtbar. Das „Schielen“ ist nun nicht mehr versteckt und so genannte asthenoptische Beschwerden machen sich bemerkbar wie zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Doppelbilder
  • Verschwommensehen
  • Probleme beim Fixieren
  • allgemeines Spannungsgefühl der Augen und des Kopfes
  • schnelle Ermüdung beim Lesen, Konzentrationsmangel
  • Augenbrennen, gerötete Augen
  • Blendungsempfindlichkeit
  • Lidrandentzündung

Asthenopische Beschwerden stellen sich meist durch die zunehmende Ermüdung der Augenmuskeln erst im Tagesverlauf ein.

Therapie:

Zur Therapie gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Im Vordergrund steht die Korrektur bestehender Fehlsichtigkeiten [Weitsichtigkeit (Hyperopie), Kurzsichtigkeit (Myopie), Stabsichtigkeit (Astigmatismus)]. In vielen Fällen können durch eine Vollkorrektion bereits so die Beschwerden beseitigt werden. Darüber hinaus wird die Verordnung von Prismengläsern, bis hin zur Durchführung von orthoptischen Übungsbehandlungen und Schieloperationen erforderlich.

 

Schielen (Strabismus)

Strabismus - Esotropie - Schielen nach innen unkorrigiert

Das Schielen (lateinisch Strabismus) bezeichnet eine Fehlstellung der Augen. Die Augenachsen weichen von der Parallelstellung ab, die beiden Augen blicken somit in unterschiedliche Richtungen.

Symptome:

Die charakterischen Symptome sind wie eingangs erwähnt, die Fehlstellung der Augen. Am häufigsten sind Abweichungen nach innen (zur Nase hin – Einwärtsschielen – Strabismus convergens) oder nach außen (Auswärtsschielen – Strabismus divergens). Aber auch Abweichungen nach oben und unten können auftreten. Schielen ist nicht nur ein äußerlich sichtbarer Makel.  Es kann je nach Ausprägung auch eine mehr oder weniger starke Sehbehinderung bedeuten.

Erste mögliche Anzeichen und/oder Begleiterscheinungen vom Schielen sind:

  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsprobleme
  • zitternde Augen
  • Doppelbilder
  • Lichtüberempfindlichkeit
  • Leseschwäche
  • Schiefhalten des Kopfs
  • brennende Augen
  • häufiges Blinzeln und Zwinkern
  • Ungeschicklichkeit wie Vorbeigreifen an Gegenständen

Ursache:

An jedem Auge befinden sich 6 Muskeln die es in verschiedene Richtungen blicken lässt. Das Gehirn sorgt dabei dafür, dass beide Augen immer den gleichen Gegenstand betrachten. Normalerweise verschmelzen die Seheindrücke beider Augen zu einem einzigen, dreidimensionalen Bild. Versagt die Steuerung vom Gehirn oder funktionieren die Augenmuskeln nicht oder nicht mehr, blicken die Augen nicht mehr in die gleiche Richtung. Man spricht dann vom Schielen (Strabismus).

 

Schielen kann vorübergehend aber auch dauerhaft sein. Man unterscheidet latentes Schielen – lateinisch Heterophorie (nur in bestimmten Situationen, z.B. bei Ermüdung) und  manifestes – lateinisch Heterotropie (dauerhaftes) Schielen.

Dazu mehr in den nächsten Artikeln.

Therapie:

Die Therapien unterscheiden sich je nach Art des Schielens. Diese reichen von einer einfachen Korrektion durch eine Brille bis hin zu Brillen mit speziellen Wirkungen (Prismen) zur Korrektion des latenten Schielens. Bei der Behandlung des manifesten Schielens kann zusätzlich zu den oben genannten Möglichkeiten auch noch die Okklusionstherapie angewandt werden. In manchen Fällen kommt es auch zu einer Schieloperation.

Unbehandelt kann ein ausgeprägtes Schielen eine dauerhafte Sehschwäche (lateinisch Amblyopie) des eigentlich gesunden Auges zur Folge haben. Deshalb ist es sehr wichtig, schielende Babys und Kleinkinder frühzeitig zu behandeln!

 

Der Grüne Star (Glaukom)

Papille nach Glaukombefall

Der Grüne Star (Glaukom) bezeichnet eine Gruppe von Augenkrankheiten unterschiedlicher Ursache. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Nervenzellen des Sehnervs und der Netzhaut geschädigt.

Infolgedessen entstehen Gesichtsfeldausfälle, die im Extremfall zu einer Erblindung des betroffenen Auges führen können. Der Grüne Star gehört auch heute noch zu den häufigsten Ursachen für Blindheit.

Die mit Abstand häufigste Ursache eines Glaukoms ist ein erhöhter Augeninnendruck.

Symptome:

Ein Grüner Star entwickelt sich meist schleichend und bleibt lange Zeit ohne Symptome. Die schleichenden Veränderungen bemerkt der Betroffene meist nicht oder erst spät. Die Blendungsempfindlichkeit (z.B. beim Autofahren) nimmt zu, das Kontrastsehen lässt nach. Farben werden anders gesehen, vor allem Gelb- und Blautöne werden schlechter wahrgenommen.

In manchen Fällen wird auch von Symptomen wie Kopf- und Augenschmerzen in Verbindung mit einer plötzlich auftretenden Sehschwäche berichtet. Auch Übelkeit und gerötete Augen können Symptome eines Grünen Stars sein.

Das klassische Symptom, aber auch das schwerwiegendste, ist die voranschreitende Gesichtsfeldeinschränkung. Vorerst meist peripher, später dann auch zentral. Wird diese wahrgenommen, ist es meist schon zu spät. Die Schädigungen der Nervenfasern sind so weit fortgeschritten, dass sie auch nicht mehr rückgängig gemacht werden können!

Ursachen:

Im vorderen Bereich des Auges liegt die Augenkammer. In dieser befindet sich die Augenlinse. Sie ist umgeben vom sogenannten Kammerwasser, welches normalerweise durch einen gleichmäßigen Zu- und Abfluss erneuert wird. Das Kammerwasser sorgt  für den notwendigen Augeninnendruck. Funktioniert die Ableitung dieser Flüssigkeit nicht richtig, steigt der Druck im Augeninneren an. Dieser erhöhte Augeninnendruck jedoch schädigt den Sehnerv, da dieser nicht ausreichend durchblutet wird. Die Sehnervenfasern sterben nach und nach ab.

Allerdings gibt es auch sogenannte Niederdruck- oder Normaldruckglaukome. Hier sind Schäden am Sehnerv eingetreten, obwohl der Druck noch im statistisch definierten Normalbereich liegt (10 bis 21 mmHg).

Weitere Auslöser für einen grünen Star:

  • Langzeit-Cortisoneinnahme
  • Verletzungen / Vernarbungen
  • Gefäßverschlüsse im Auge
  • fortgeschrittener Grauer Star
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Fettes Essen / Rauchen

In den Industrienationen steht der Grüne Star an dritter Stelle der Erblindungsursachen.

Menschen mit einer größeren Sehschwäche zählen zu einer Risikogruppe , sowie auch Menschen die familiär vorbelastet sind. Ca. 2% aller Menschen ab 45 leiden am Grünen Star. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Ab dem 75. Lebensjahr sind ca. 7 bis 8%, ab dem 80. Lebensjahr zwischen 10 und 15% der Menschen betroffen!

Therapie:

Die Behandlung vom Grünen Star hängt von dessen Ursache ab. Alle Therapieformen zielen auf eine Drucksenkung im Auge, entweder durch Verbesserung des Abflusses des Kammerwassers oder durch Verminderung der Flüssigkeitsbildung im Auge.

In der Regel werden Augentropfen verschrieben. Falls diese nicht ausreichend wirken kommt es zur zusätzlichen  Laserbehandlung. Dadurch soll der Abfluss des Kammerwassers verbessert werden. Dieser Effekt ist allerdings nur von begrenzter Dauer, ggf.  kann die Behandlung wiederholt werden.

Nur regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen (Augendruckkontrolle, Netzhautuntersuchung, Gesichtsfeld, Spezialdiagnostik) und eine ggf. rechtzeitige Behandlungen können eine dauerhafte Schädigung des Sehnervs abwenden.

 

Der Graue Star (Katarakt)

Auge mit grauem Star

Der Graue Star ist eine Augenkrankheit und die weltweit häufigste Erblindungsursache! Die normalerweise klare Augenlinse trübt sich ein, was in fast 90% der Fälle durch das voranschreitende Alter geschieht. Diese Eintrübungen beeinträchtigen das Sehen. Der Graue Star kann operativ durch Austauschen der Augenlinse durch ein künstliches Linsenimplantat behoben werden.

Symptome:

Der Graue Star kommt langsam und völlig ohne Schmerzen. Betroffene sehen oftmals verschwommen, unscharf, matt und/oder verschleiert. Oft kommt es zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit, Farben verlieren ihre Leuchtkraft, Kontraste verringern sich, Doppelbilder werden wahrgenommen. Mit zunehmender Reife des Grauen Stars verlieren die Betroffenen auch häufig die Fähigkeit, räumlich zu sehen.

Entstehung und Ursachen:

Der Graue Star entsteht in den häufigsten Fällen durch Veränderungen an der Augenlinse. Eiweiße kristallisieren sich aus wodurch sich die Struktur innerhalb der Linse ändert. Einfallendes Licht kann die Augenlinse nicht mehr ungehindert passieren, sondern wird zerstreut. Durch die Verdichtung des Linsenkernes und die Verdickung der Augenlinse tritt eine zunehmende „Myopisierung“ (Veränderung der Brechkraft Richtung Kurzsichtigkeit) auf. Rund 50% der 50 – 65jährigen und sogar bis zu 90% der 65 – 75jährigen leiden am grauen Star.

Neben dem reinen „Altersstar“ gibt es in ca. 10% der Fälle andere Ursachen:

  • Katarakt des Kindes nach Röteln-Infektion oder durch Röteln-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft
  • Verletzungen des Auges
  • Blitzschlag oder Starkstromunfall
  • Ionisierende Strahlung, besonders UV-Strahlung, kann die Entwicklung eines grauen Stares begünstigen
  • Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen (viele Kinder in Afrika betroffen)
  • Diabetes mellitus
  • Reaktionen auf Medikamente (vor allem Kortison)
  • Drogen
  • Infrarot-Strahlung (Feuerstar, Wärmestar oder Glasmacherstar) in Berufen, die mit sehr heißen Materialien arbeiten (Hochofen-Arbeiter, Glasbläser), ist als Berufskrankheit anerkannt
  • In äußerst seltenen Fällen (weit unter 1 %) ist ein grauer Star angeboren. Abhängig von seiner Ausprägung muss dieser in den ersten Lebenstagen bis -wochen operiert werden.

Therapie:

Ein Grauer Star kann nicht medikamentös behandelt  werden. Die Ausbildung des grauen Stars kann sich plötzlich in wenigen Monaten entwickeln. Häufig ist es aber ein schleichender, sehr langsamer Prozess der sich über Jahre erstreckt. Durch die Veränderung der Brechkraft des Auges durch die o.g. Ursachen (Veränderung der Struktur der Augenlinse) muss die Brille häufig angepasst werden. Kann dem Betroffenen mit Brillengläsern nicht mehr zu einem zufriedenstellenden Sehvermögen verholfen werden bleibt nur die Operation. Dieser Eingriff zählt zu den unbedenklichsten und häufigsten Operationen am Auge (ca. 650.000 jährlich OPs in Deutschland) überhaupt. Dabei wird die natürliche Augenlinse durch eine künstliche Kunststofflinse ersetzt. Die Operation erfolgt unter örtlicher Betäubung und wird meist ambulant durchgeführt. Die Chancen nach einer solchen OP wieder die volle Sehkraft zu erlangen ist sehr hoch.

 

Stabsichtigkeit (Astigmatismus)

Stabsichtigkeit

Der Begriff Astigmatismus (Stabsichtigkeit) bezeichnet einen Abbildungsfehler in der Optik des Auges. Frei übersetzt bedeutet das Wort Astigmatismus Punktlosigkeit und stammt aus dem Griechischen. Ankommende Lichtstrahlen werden dabei nicht punktförmig, sondern als Strich auf der Netzhaut abgebildet.

Ursachen:

Im Idealfall hat ein Auge eine regelmäßig geformte Hornhaut. Das heißt die Hornhaut hat in all ihren Meridianen die gleiche Krümmung und ähnelt vom Aussehen her einem Kugelabschnitt. Ist ein Auge stabsichtig (astigmatisch) liegt in den häufigsten Fällen eine Hornhautverkrümmung vor. Das heißt dass die Hornhaut in einer Richtung anders gekrümmt ist als in der senkrecht dazu stehenden Richtung. Man spricht bei einem Astigmatismus hervorgerufen durch eine Hornhautverkrümmung von einem äußeren Astigmatismus.

In selteneren Fällen kann der Astigmatismus aber auch durch unterschiedlich gekrümmte Linsenradien hervorgerufen werden. Man spricht dann von einem inneren Astigmatismus.

Beide Astigmatismusvarianten können auch kombiniert auftreten.

Symptome:

Astigmatische (stabsichtige) Augen sehen alles verzerrt und unscharf. Um dies möglichst auszugleichen versuchen die Augen durch Akkommodation (Veränderung der Linsenkrümmung) diesen Fehler zu beheben. Dies führt allerdings zu Kopfschmerzen und Augenbrennen. Ein geringer Astigmatismus kann  das Gehirn eventuell  sogar teilweise ausgleichen. Häufig ist der Astigmatismus aber gepaart mit einer Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit).

Therapie:

Der Augenarzt oder Augenoptiker wird die Art des Astigmatismus feststellen. In den häufigsten Fällen kann dieser durch zylindrische (torische) Brillengläser ausgeglichen werden. Besondere Formen des Astigmatismus sind allerdings nur mittels formstabiler Kontaktlinsen korrigierbar.

Ein Astigmatismus ist meist angeboren, man kann dieser Fehlsichtigkeit daher auch nicht vorbeugen.

Die Altersweitsichtigkeit (Presbyopie)

Zum Lesen

Nachdem wir nun die normalen Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit bereits in vorangegangenen Artikeln beschrieben haben, kommen wir zur Altersweitsichtigkeit – der Presbyopie. Wie der Name schon sagt, kommt diese Fehlsichtkeit mit dem Alter einher. Eines Tages trifft es jeden von uns. Die Arme werden zu kurz und kleine Schriften können nicht mehr deutlich gelesen werden.

Ursache

Auch das Auge unterliegt natürlich dem Alterungsprozess. Bereits ab dem zehnten Lebensjahr beginnen sich unlösliche Eiweiße in die Linse einzulagern – die Linse verliert dadurch an Elastizität. Der Linsenkern wird von Jahr zu Jahr zäher. Eine elastische Linse wird aber für die Anpassung an unterschiedliche Sehentfernungen (Akkommodation) benötigt. Kann die Linse ihre Brechkraft in jungen Jahren noch um bis zu 10 Dioptrien durch Änderung der Wölbung verändern, schafft sie es mit ca. 40 Lebensjahren nur noch um ca. 3 Dioptrien. Und mindestens 3 Dioptrien braucht ein jeder um zwischen maximaler Ferne und einem Leseabstand von ca. 33cm (Nahpunkt) scharf sehen zu können. Nimmt nun die Elastizität immer weiter ab, werden auch die 3 Dioptrien nicht mehr erreicht. Der sogenannte „Nahpunkt“ rückt immer weiter vom Auge weg, das Buch oder die Zeitung müssen demnach immer weiter weg vom Auge gehalten werden um noch scharf gesehen werden zu können. Irgendwann werden die Arme zu kurz – ein eindeutiger Hinweis für die Altersweitsichtigkeit.

Was tun?

Aufzuhalten ist dieser Alterungsprozess nicht. Durch eine Korrektion mithilfe einer Lesebrille, Arbeitsplatzbrille oder Gleitsichtbrille können die Augen aber unterstützt werden. Oft hört man, man solle die Korrektion so lange wie möglich hinauszögern um die Augen nicht zu verwöhnen. Das ist allerdings nur bedingt richtig. Wichtig ist es die Augen rechtzeitig zu unterstützen bevor es zu Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen durch Überanstrengung kommt. Der Augenoptiker des Vertrauens wird genau bestimmen wie gut sich das Auge noch an nahe Sehentfernungen anpassen kann. Wichtig ist es, nur den fehlenden Teil der bis zur individuellen Leseentfernung (Standard zwischen 30 und 40 cm) benötigt wird auch als Unterstützung zu geben. Mehr Unterstützung wird zwar oft als angenehm empfunden, führt aber eben wirklich zum „Verwöhnen des Auges“!

Fazit

Eine regelmäßige Überprüfung der Augen ist absolut empfehlenswert. Wer eh eine Fehlsichtigkeit vorzuweisen hat, wird dem auch automatisch nachgehen. Rechtsichtige allerdings greifen oftmals zu Fertiglesebrillen aus der Drogerie oder dem Baumarkt. Da die Betroffenen aber gar nicht wissen wie groß der Korrektionsbedarf ist, wird durch eigenes Ausprobieren oftmals eine zu starke Lesebrille gewählt. Die Augen werden aber so nicht mehr gefordert da die noch vorhandene Restanpassungsfähigkeit der Linsen ausgeschaltet wird. Eine rasante Verschlechterung ist die Folge! Finger weg von Selbstdiagnose – auf lange Sicht werden es Ihnen Ihre Augen danken!